Im Kanton Capellen steht der „Ruffbus“ vor dem Aus

Das Pilotprojekt des öffentlichen Personennahverkehrs wird nicht erweitert. In einer Versammlung wurde den Gemeindeverantwortlichen am Dienstagmorgen mitgeteilt, dass der „Ruffbus“ ab 30. Juni abgeschafft wird.

Dan Elvinger

Grund für die Einstellung durch das Transportministerium sollen nicht erreichte Ziele und ein zu hoher Kostenfaktor im Vergleich zur Nutzung sein.
„Von vornherein war den Gemeinden klar, dass das Projekt auf zwei Jahre beschränkt ist. Trotzdem hegten die Gemeinden Hoffnungen, dass es danach weitergeht. Leider wurden die Gemeinden erst kurz vor Ablauf der Konvention über den Tatbestand informiert. Ich muss jedoch dazu sagen, dass auch die Gemeindeverantwortlichen zu spät reagiert haben“, so Yves Cruchten, Gemeinderatsmitglied in Bascharage. Im Durchschnitt wurden 3.000 Fahrten pro Monat durchgeführt. Vor allem Schüler und Rentner nehmen den Dienst in Anspruch.

Problem: Transport auf dem Land

„Auf den Hauptachsen fahren stündlich Busse. Das wahre Problem sind die Verbindungen zwischen kleineren Dörfern“, erklärt der Steinforter Bürgermeister Guy Pettinger.
Zur Erinnerung, der Rufbus wurde im Jahr 2008 als Pilotprojekt eingeführt. Der Dienst ist Bestandteil des Konzepts „mobil2020“ des Nachhaltigkeitsministeriums und strebt die Verbesserung des nationalen Busnetzes an. Für den Feldversuch wurde der Kanton Capellen ausgesucht. Das Pilotprojekt wird zu einem Drittel von den Gemeinden des Kantons Capellen und zu zwei Dritteln von Verkehrsverbund und Nachhaltigkeitsministerium finanziert. Guy Pettinger wurde genau wie seine Amtskollegen von dieser Entscheidung überrascht: „Uns wurde gesagt, dass es sich bei diesem Transportmittel um einen gewissen Luxus handelt und dies nicht weiter finanziert werden kann. Wir haben jedoch angefragt, den Dienst noch bis zum 15. Juli zu erhalten, um die Jugendlichen noch bis dahin zur Schule zu befördern.“ Da die Verträge mit dem Betreiber der Rufbusse Ende des Monats auslaufen, müssen in dieser Hinsicht Verhandlungen geführt werden.

Soziale Benachteiligung

Laut dem LSAP-Bürgermeister ist die Einstellung eine weitere Schwächung für bereits sozial Schwache. „Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich ein Auto zu leisten. Diese Leute sind auf dieses Angebot angewiesen.“

Guy Pettinger weist daraufhin, dass die betroffenen Gemeinden ein solches Konzept finanziell nicht allein tragen können.
Yves Cruchten bedauert, „dass der Rufbus abgeschafft wird. Dieser Dienst erfüllt nämlich auch eine soziale Funktion. Nun sollten die Bürgermeister aus dem Kanton Capellen reagieren und nach einer Lösung für dieses Problem suchen.“

Gilles Dostert, Generaldirektor des Verkehrsverbunds, gibt sich eher bedeckt zu diesem Thema. „Wir werden nächste Woche die Erkenntnisse aus diesem Pilotprojekt vorstellen. In unserer Konvention steht, dass das Projekt zwei Jahre andauern wird.“ Ursprünglich war das Pilotprojekt für ein Jahr vorgesehen. Da die Verantwortlichen nicht die nötigen Schlüsse aus den Ergebnissen ziehen konnten, wurde das Projekt um ein Jahr verlängert.

Artikel aus dem Tageblatt 3.6.2010


Et ass Schued, datt de Ruffbus net weidergefouert get, dat warr eng Initiative vun der Mobilitéitszentrale (e Pilotprojet) dee vun de Gemengen an och bei villen Awunner beléiwt war. Elo gëllt et sech als Gemengen aus dem Kanton zesummen ze setzen fir ze kucken ob ee net kinnt esou en Déngscht selwer organiséieren (wou sécher awer d’Modalitéiten nach misste frësch diskutéiert ginn).

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Comments (3)

 

  1. pauly manon says:

    et ass schout dass de rufbuss net mei lang existeiert ech profiteieren vill dofunn a och vill aaner leit aus den
    verschiddenen gemengen ech hoffen dass awer eng
    aaner leisung font get
    merci am viraus
    et ass bestemmt erem affair vu suen……

  2. Jo, den (Transport)Ministär wëllt näischt méi bäisteieren an d’Gemengen hu net onbedéngt d’Suen fir et eleng z’organiséieren. Ech schloen awer vir, datt sech d’Gemengen aus dem Kanton beienaaner setzen fir ze probéieren esou eng oder sou eng ähnlech Solutioun an eegener Regie op d’Been ze setzen….

  3. Denise Seywert says:

    Ech fannen et immens schued. Den Ruffbus war fir meng Kanner eng flott Léisung fir hieren Sport können ze maachen, an esou zBsp vun Schuller op Stengefort ze kommen, zu Auerzaiten wou hir Elteren nach geschafft hun.
    Wann béid Elteren schaffen gin, ass et effektiv ouni Ruffbus aschränkend fir d’Kanner waat hier Fraizaitbeschäftigung ubelangt!
    Merci fir den Ruffbus bis elo, an der ganz grousser Hoffnung, dass esou en flotten service erem offréiert gett.

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