In Abwesenheit des Herrn Wolter
Die verbalen Entgleisungen der Herrn Müntefering und Steinbrück sind inakzeptabel und sollten nicht einfach so im Raum stehen gelassen werden. Es war deshalb angebracht, dass unser Außenminister Jean Asselborn auf den erneuten Fehltritt von Herrn Steinbrück reagierte und im deutschen SPIEGEL meinte: „Der deutsche Finanzminister scheint definitiv auf Biertischniveau angekommen zu sein. Seine Äußerungen zeugen von einer kaum zu übertreffenden Arroganz“.
In seinem Leserbrief vom 9. Mai im Luxemburger Wort, beklagt sich CSV-Fraktionschef Michel Wolter nun, dass sich Herr Steinmeier bei seinem Besuch vor 14 Tagen in Steinfort nicht bei den Luxemburgern entschuldigt habe: „Steinmeier fiel kein Wort der Entschuldigung für die Entgleisungen seines Kollegen Steinbrück ein.” Wolter verlangt außerdem, dass deutsche Politiker vor dem Luxemburger Volk auf die Knie fallen und um Vergebung betteln: „…es wäre angebracht, dass deutsche Politiker hier den Kniefall üben würden…“.
In der Tat leistete Frank-Walter Steinmeier bei seinem Besuch in Steinfort weder Kniefall, noch Fußkuss oder ähnliche erniedrigende Demutsbezeugung, doch er sprach klare Worte: „Es tut mir leid, dass es vor kurzer Zeit eine Verstimmung in einem guten, freundschaftlichen und belastbaren Nachbarschaftsverhältnis unserer Länder gab. Meinungsverschiedenheiten über Sachfragen kann es geben und wird es zwischen den Mitgliedsstaaten der EU immer mal wieder geben. (…) Der große zivilisatorische Fortschritt der EU ist, dass wir Formen und Verfahren gefunden haben, in denen wir möglichen Streit friedlich austragen und gemeinsame Lösungen suchen! Das gilt auch heute und auch im Streit um die Regelung der Finanzmärkte! Das zu sagen, liegt mir sehr am Herzen! Weil Jean mir natürlich gesagt hat, dass manche Äußerung aus Deutschland hier auf Unverständnis gestoßen ist.” Unter den vielen Zuhörern waren weder Michel, noch Wolter. Anstatt sich aber den genauen Wortlaut von Herrn Steinmeier zu besorgen übt sich Herr Wolter in Plumpen Anschuldigungen.
Es stimmt: kein Luxemburger braucht sich die peniblen Pöbeleien seitens verschiedener Politiker von der anderen Moselseite gefallen zu lassen. Die Reaktionen von Jean Asselborn und Jean-Claude Juncker waren demnach mehr als angemessen. In dieser Vorwahlzeit jedoch nutzt Herr Wolter die Gunst der Stunde um gegen Jean Asselborn zu wettern, dessen einziger Fehler zu sein scheint, mit jenem deutschen Außenminister befreundet zu sein der für ein freundschaftliches Nachbarschaftsverhältnis zwischen Luxemburg und Deutschland plädiert! Weil sich zwei Hohlköpfe in Berlin mit ihren dummen Sprüchen ins Abseits manövriert haben, sollen in den Augen des CSV-Politikers alle Freundschaften zwischen Luxemburgischen Sozialisten und Deutschen Sozialdemokraten aufgekündigt werden?
Dabei darf man Herrn Wolter ruhig daran erinnern, dass seine CSV sich in Europa mit den Rechtsparteien in bester Gesellschaft befindet: wie z.B. Herrn Berlusconi, der vor einiger Zeit den deutschen EU-Abgeordneten Martin Schulz einen Gestapo nannte oder Herrn Nicolas „Kärcher” Sarkozy, der jüngst die Frechheit hatte zu verkünden, er müsse bald den luxemburgischen Premierminister zu sich bestellen denn dieser sei ihm noch einige Erklärungen schuldig…!
Es ist absolut lächerlich, dass die CSV in dieser Angelegenheit soviel Energie vergeudet. Vielleicht täte der Fraktionschef der CSV besser daran sich in diesen Zeiten um all die Villeroys und Bochs zu kümmern die ihre Anstellung verloren haben oder sich um die Schmelz- und Fabrikarbeiter zu sorgen die zur Zeit Kurzarbeit leisten müssen, als von einer Veranstaltung zu berichten an der er überhaupt nicht teilgenommen hat.
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[...] In Abwesenheit des Herrn Wolter YvesCruchten.lu – PeopleRank: 57 – 11.05.2009 …Jean Asselborn auf den erneuten Fehltritt von Herrn Steinbrück reagierte und im deutschen SPIEGEL meinte: „Der deutsche Finanzminister scheint definitiv auf Biertischniveau angekommen zu sein. Seine Äußerungen zeugen von einer kaum zu übertreffenden… Namen genannt : Frank-Walter Steinmeier Jean-Claude Juncker Martin Schulz + voten [...]