Interview: Eis Gemeng Abrëll 2009
Wie stehen Sie zu einer Fusion mit der Gemeinde Küntzig?
Für die Gemeinde Niederkerschen besteht eigentlich keine dringende Notwendigkeit, eine Fusion mit einer Nachbargemeinde einzugehen, denn mit fast 8.000 Einwohnern und ordentlichen Infrastrukturen, dürfte es keine Probleme geben, sich den zukünftigen Herausforderungen zu stellen. Anders ist dies jedoch für die Gemeinde Küntzig: Mit 2.000 Einwohnern ist man noch weit entfernt von der erwünschten „kritischen Masse” die die Regierung den Gemeinden abverlangt. Für Küntzig geht es darum, ob sie alleine die Aufgaben die heute von den Bürgern verlangt werden erfüllen können. Die Gemeinden werden allmählich zu modernen Dienstleistungsbetrieben, sie müssen heute mehr leisten als Einwohnermeldeamt oder Müllabfuhr. Heute erwartet man von der Gemeinde die Organisation der Schule, die Kinderbetreuung, ein Umweltamt, ein ordentliches Sozialamt u.v.m. … Um hier Schritt halten zu können brauchen die Gemeinden solide Finanzen und genügend Personal.
Ein Vorteil auch für die Gemeinde Niederkerschen?
Sicher! Eine fusionierte Gemeinde Niederkerschen-Küntzig würde mit knapp 10.000 Einwohnern ins Spitzenfeld der luxemburger Gemeinden stoßen. Das ist sicherlich von Vorteil wenn es gilt sich Gehör zu verschaffen, sei es beim Staat oder noch bei anderen Gemeinden (z.B. in den Syndikaten). Auch würde dies eine bessere Gemeindeentwicklung ermöglichen, denn ein gemeinsamer PAG (Plan d’Aménagement Général) würde neue Perspektiven eröffnen. Insbesondere aber würde es mehr Rationalität und Effizienz in den Gemeindediensten erlauben. Es würde generell auf beiden Seiten des „Schack” zu mehr Lebensqualität führen, denn das Angebot auf sportlichem und kulturellem Plan würde verbessert. Es sei ebenfalls gesagt, dass der Staat eine Fusion mit substantiellen Finanzhilfen honoriert.
Stichwort Finanzen: Wie steht es um die gemeinsamen Finanzen?
In unserem Fall ist mit einer staatlichen Finanzspritze von 25 Millionen Euro zu rechnen. Diese Gelder wären willkommen um in beide Gemeinden zu investieren. Es sei jedoch betont, dass diese Hilfen nicht für immer und ewig garantiert werden. Der Staat will einen konkreten Anreiz schaffen, es liegt an den Gemeinden ob sie dieses Angebot annehmen. Die Gemeinden Küntzig und Niederkerschen, auch wenn die Gemeindeschuld das Budget zusehends einschnürt, sind finanziell noch handlungsfähig. Die aktuelle Wirtschaftskrise wird jedoch Auswirkungen auf die Gemeinden haben, wenn auch erst ab 2010 oder 2011. Gemeinsam wären diese Herausforderungen sicherlich besser zu bewältigen.
Wann sollten Ihrer Ansicht nach beide Gemeinden fusionieren?
Erst wenn beide Gemeinden wirklich dazu bereit sind! D.h. Wir sollten nichts überstürzen. Eine Fusion sollte nicht „übers Knie gebrochen” werden. Im Vorfeld bedarf es einer guten Vorbereitung, bei der ich persönlich dafür plädiere, alle politischen Akteure (aus Majorität und Opposition) und auch die Zivilbevölkerung (Vereinigungen, Interessevereine, Bürgerinitiativen usw.) einzubeziehen. Eine Fusion braucht eine breite Zustimmung, deshalb müssen die Bürger und Bürgerinnen von Anfang an ausführlich informiert werden. Erst wenn wir uns auf ein gemeinsames Projekt verständigt haben, können wir uns an ein Referendum wagen. Eine „Fusion mit der Brechstange” herbeizuführen bringt nichts!
„Eis verbënnt méi wéi de Rouerwee an d’Velospiste: d’Awunner vu Kënzeg a Käerjeng begéine sech wa se schaffe ginn, wa se akafe ginn a wa si hir Fräizäit verbréngen. Fir de Bierger zielt haut net d’Kierchtuermpolitik, mee konkret wat seng Gemeng him bidde ka fir datt hie sech do wuel fillt. Eng Fusioun vun eise Gemengen muss virun allem de Bierger zegudd kommen.” (Yves Cruchten Gemengerot Käerjeng 4.12.2008)
“Eis Gemeng” ass eng Publicatioun vun der LSAP an de Gemenge Käerjeng a Kënzeg.








